Der Ruhepol - das Buch

Neu in Kürze

Ein Buch über die unsichtbaren Mechanismen
zwischen Mensch und Prozess

Warum es dieses Buch gibt


Seit Jahren beobachte ich im Führungsalltag immer wieder dieselben Muster: Verhaltensweisen, die unbewusst extrem viel Energie kosten. In persönlichen Gesprächen decken wir diese oft gemeinsam auf. Doch mündliche Gespräche verfliegen, und Gedanken nur in meinem Kopf helfen auf Dauer niemandem. Deshalb habe ich meine Beobachtungen und meine Perspektive auf Führung in dieses Buch gepackt: Als dauerhaft nachlesbares Angebot und als Einladung, den eigenen Führungsalltag aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Was dir dieses Buch bringt


Das Buch enthält keine fertigen Rezepte zum "nach kochen". Es stellt einen schlichten Gegenpol zum ständigen Reagieren im Tagesgeschäft dar und dient dazu festgefahrene Muster im Führungsalltag zu erkennen und die Dinge aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Wie diese Erkenntnisse genutzt werden, liegt bei jedem Leser selbst – mit dem Ziel, eine persönliche Haltung zu finden und wieder mit mehr Ruhe und Klarheit zu führen.

Für wen dieses Buch ist


Dieses Buch richtet sich an Entscheiderinnen und Entscheider im Mittelstand, die keine theoretischen Abhandlungen suchen, sondern einen ehrlichen Spiegel für ihren Alltag. Es ist für dich gemacht, wenn du Lust hast, deinen Führungsalltag aus einem völlig neuen Blickwinkel zu betrachten. Für alle, die sich selbst und ihren Teams wieder mehr Ruhe zutrauen – und die fest daran glauben, dass gute Entscheidungen aus Gelassenheit entstehen, nicht aus Hektik.

Bernhard Görlich

Ein Blick ins Buch


„Veränderung bedeutet: Du lässt etwas Bekanntes los und nimmst etwas Unbekanntes hinzu. Das ist der ‚Price to pay‘. Wir zahlen immer einen Preis: Es gibt den Preis des Verharrens – wir zahlen mit unserer Zufriedenheit. Und es gibt den Preis der Veränderung – er fordert den Mut, alte Gewohnheiten loszulassen. Welches Ergebnis ist es dir wert?“
„Angst ist im Kern ein hocheffizienter Schutzmechanismus. Im Unternehmen entsteht die Belastung vor allem durch das Verschweigen. Wenn wir nicht über das sprechen, was uns bewegt, übernimmt unser biologisches Schutzprogramm: Erstarrung, Aggression oder Verstummen. Und genau hier greifen unsere Glaubenssätze – gefrorenes Erfahrungswissen. Ein unbewusstes Muster wie ‚Als Chef muss ich alles selbst können‘ wird zur unsichtbaren Brille, durch die wir die Welt bewerten und uns selbst überfordern.“
„Jemanden zu motivieren, kommt meist von außen (Motivierung). Dort, wo ich versuche, jemanden irgendetwas machen zu lassen, was er vielleicht gar nicht möchte, findet keine Motivation statt. Reinhard K. Sprenger nennt das Motivierung – den Versuch, jemanden durch äußere Anreize oder Druck zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen. Kurzfristig kann das funktionieren, doch es bleibt ein Fremdantrieb. Sobald der äußere Reiz wegfällt, versiegt auch der Antrieb. Motivation bedeutet für mich, dass ich in der Lage bin, etwas selbst zu machen, oder ich mache etwas, weil mir das wichtig ist, weil ich es tun möchte. Sie kommt von innen und entsteht, wenn Menschen Sinn in ihrer Aufgabe sehen, Vertrauen spüren und Verantwortung übernehmen dürfen. Für Führungspersönlichkeiten bedeutet das: Wie schaffen wir Rahmenbedingungen, in denen Eigenmotivation wachsen kann und ungestört bleibt?“
„Entscheidungen werden vertagt, E-Mails gehen in großer Runde in CC und Berichte werden enger getaktet. Nach außen sieht es nach Sorgfalt aus. Innerlich zeigt sich jedoch eine angespannte Atmosphäre. Meiner Ansicht nach entsteht Kontrolle dort, wo Vertrauen fehlt oder wo die innere Sicherheit einer Führungspersönlichkeit wackelt. Meine Beobachtung: Kontrolle ist häufig ein Versuch, mangelndes Vertrauen zu kompensieren. Führungspersönlichkeiten greifen ein, prüfen jeden Schritt, sichern ab, weil die eigene Unsicherheit unbewusst mitspielt. Vertrauen beginnt im Umgang mit den eigenen Ängsten. Es bedeutet, sich selbst zuzutrauen loszulassen. Dort, wo Vertrauen wächst, steigt auch die Eigeninitiative. Dort, wo Kontrolle dominiert, sinkt sie.“
„In der industriellen Welt neigen wir dazu, Prozesse wie das Betriebssystem einer Maschine zu betrachten: Einmal programmiert, müssen sie laufen. Doch in Wahrheit sind Prozesse lebendige Gebilde, die in ständiger Wechselwirkung mit den Menschen stehen, die sie ausführen. Ein Prozess ist psychologisch betrachtet ein externer Reiz, der auf unser inneres System trifft. Er ist niemals neutral, sondern löst eine unbewusste Kette von Reaktionen aus. Ein guter Prozess fühlt sich wie eine gut sitzende Arbeitskleidung an: Er schützt und gibt Struktur, lässt aber genug Bewegungsfreiheit für die individuelle Arbeitsweise.“
„In Projekten beobachte ich, dass oft viel Aufwand in das Planen gesteckt wird. Sobald der Plan fertig ist, geht vor allem das Management davon aus, dass dieser Plan bereits die Realität darstellt. Doch das ist noch immer ein Plan mit Unbekannten oder Unwägbarkeiten. Daraufhin wundern sich die Beteiligten oft und fragen sich: Wie kann es sein, dass die Realität jetzt ganz anders ist, als wir es geplant haben? In dieser Frage schwingt häufig mit, dass den Beteiligten vorgehalten wird, sie hätten sich vorsätzlich nicht an den Plan gehalten. Es ist aber lediglich ein Plan, mit dem du dir überlegst, was du vorhast. Ob alle deine Planungen tatsächlich eintreten, zeigt erst die praktische Ausführung.“


Viele Führungsbücher geben dir die nächsten 10 Quick-Fix-Tipps oder predigen reine Methoden. Dieses Buch geht einen anderen Weg: Es verbindet Prozess und Mensch. Hinsehen: Wir decken Situationen auf, die du aus deinem Alltag kennst – Dinge, die man oft klaglos hinnahm, obwohl sie unbemerkt Kraft kosten. Verstehen: Wir schauen hinter die Kulissen: Warum entstehen Überlastung, Kontrolle und Widerstand? Weil innere und äußere Systeme ganz eigenen Dynamiken folgen. Verbinden: Lean-Denken trifft auf menschliche Haltung. Denn lebendige Prozesse brauchen den Menschen – und starke Haltung entfaltet sich erst durch passende Struktur. Handeln: Am Ende steht die konkrete Frage: „Und was mache ich jetzt damit?“ – als ehrlicher Anstoß für deine eigene Veränderung.